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Venner Moor

Venne

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Das Venner Moor, als Teilbereich des Großen Moores, entstand vor etwa 8000 Jahren. Hölzerne Kultfiguren sicherten gefährdete Bereiche. Zu den gruseligsten Zeugnissen gehören Moorleichen.

Das Venner Moor, als Teilbereich des Großen Moores, entstand vor etwa 8000 Jahren. Wasserüberschuss und abgestorbene Torfmoose bildeten meterdicke Torfschichten. An die nassen Standortbedingungen haben sich etwa 18 Pflanzenarten angepasst. Die anspruchslosen Torfmoose können bis zum 25-fachen ihres Eigengewichtes an Wasser speichern. Dadurch wirkt der Moorgrund wie ein Schwamm. Um Moore zu überbrücken, bauten frühe Siedler bereits Bohlenwege. Nach der Varusschlacht erwähnt Tacitus diese "pontes longi" in seinen Annalen. Hölzerne Kultfiguren sicherten gefährdete Bereiche. Zu den gruseligsten Zeugnissen gehören Moorleichen. Sie sind durch Moorsäuren gut erhalten und oft gewaltsam zu Tode gekommen. So die beiden geopferten Männer, die im Großen Moor bei Hunteburg gefunden wurden. Germanen weihten feindliche Kriegsausrüstungen ihren Göttern und versenkten sie in Sümpfen und Moorteichen. Torf hat fast so gute Heizwerte wie Braunkohle. Deshalb besaßen Höfe schon früh Rechte an Torfstichplätzen. Die Venner Moorkultivierung begann ab 1933, indem Entwässerungsgräben und Wege angelegt wurden. Ab 1934 konnten Fräsen und Pflüge zur Moorbearbeitung eingesetzt werden. Diese Maschinen vermischten Torf, Sand und Dünger, um aus Moorboden Ackerland und Wiesen zu machen. Das Moorschutzprogramm schreibt heute eine Wiedervernässung von abgetorften Moorflächen vor.

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